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Simorghische Denkungsart: Leben, Welt und säkularer Mystizismus

Simorghische Denkungsart: Leben, Welt und säkularer Mystizismus

Ein Versuch von Palang LYA

Grundlagen des Denkens

Die simorghische Denkungsart, die Manuchehr Jamali philosophisch umreißt, rekonstruiert eine iranisch-persische Kultur, deren Kern Weltlichkeit, Lebensbejahung und Pluralität sind.

  • Das Göttliche ist die Welt selbst: lebendig, relational, selbstbewegend – nicht dichotomisiert jenseits oder außerhalb der Welt.
  • Weltlichkeit ist Ursprung, nicht Defizit.
  • Die Welt ist Subjekt und Rahmen aller Erfahrung, kein Mittel menschlicher Zwecke.

Aus dieser Grundstruktur der Welt folgt, dass Neutralität, Säkularität und Freiheit nicht aus abstrakten Normen oder importierten Modellen entstehen, sondern aus der inneren Lebendigkeit und Selbstordnung der zeitlichen Welt. Kein transzendentes Prinzip beansprucht Totalität; die reale Welt selbst ist Maßstab für Moral, Ethik und Politik.

Moderne Weite: jenseits von Glaube und Unglaube

Ein Aspekt simorghischer Denkungsart ist die Einbeziehung aller Formen von philosophisch deutbaren Akten von „Glauben“ und „Unglauben“, als Frage, Annahme und Zweifel. Die iranische Kultur ist in ihren mythischen Selbstbegriffen weder islamisch noch schiitisch, sie war auch nicht zoroastrisch.

Historisch-mythologisch umfasst sie:

  • Polytheismen und Atheismen
  • Philosophische Glaubens- und Unglaubensformen als Erkenntnissuche
  • Weltzugänge, die nicht auf Dogma oder Offenbarung reduziert werden können
  • Die Vielgestaltigkeit der Annäherung an Wahrheit im weltlich-zeitlichen Kontext

Die simorghische Denkungsart betrachtet die Welt als lebendiges Ganzes, in dem diese vielfältigen Ausdrucksformen von schöpferischer Vernunft und Erfahrung koexistieren. Neutralität, Säkularität und Freiheit entstehen so aus der Struktur der Welt selbst, nicht aus institutioneller Abgrenzung.

Freiheit, Pluralität und Aufklärung

Historische Freiheitswirkungen, wie sie in Renaissance und europäischer Aufklärung sichtbar werden, sind essenziell:

  • Individuelle Gewissensfreiheit
  • Trennung von Religion und Staat
  • Pluralisierung des Denkens

Diese Impulse werden in einen globalen und geschichtsorientierten Horizont eingebettet, in dem Freiheit als Produkt der Vielheit der Perspektiven verstanden wird. Monolithische Systeme – ideologisch, religiös oder politisch – blockieren Erkenntnis und Lebensbejahung. Pluralität ist eine notwendige Voraussetzung für das Erkennen und Handeln.

Globale und historische Tiefenperspektive

Die simorghische Denkungsart integriert historische und kulturelle Strömungen:

  • Altiranische Mythenschichten und -fragmente und vor-zoroastrische Traditionen
  • Antike Philosophien
  • Indische und chinesische Denktraditionen
  • Europäische Renaissance und Aufklärung

Kritisch reflektiert werden Zoroastrismus und Islam [als Lichtreligionen], verstanden als historische Prozesse der Entweltlichung:

  • Unterdrückung weiblicher Gottheiten und polytheistischer Traditionen
  • Spaltung und Dämonisierung wesentlicher (komplexer) Lebensprinzipien
  • Schaffung enger, gewaltsamer Strukturen, die ursprüngliche Lebens- und Weltphilosophie unterdrückten

Die simorghische Rekonstruktion bemüht sich darum, ursprünglichere Weltzugänge wieder zugänglich zu machen und nutzt diese als Basis für ein Denken, das weltlich, plural und in sich konsistent ist.

Naturbegriff

Zentral ist der Naturbegriff:

  • Natur = lebendige Selbstbewegung, das Selbstsein der Welt
  • Freiheit kann nicht zu Lasten der Lebendigkeit bestehen
  • Welt, Ethik und Politik sind untrennbar miteinander verbunden

Die Welt wird als lebendiger Maßstab verstanden, nicht als Instrument. Moralische und ethische Prinzipien folgen aus der Art, wie die Welt lebt und sich bewegt.

Heidnische Immanenz

Die simorghische Denkungsart ist „heidnisch“ im Sinn einer weltlich-grundierten Lebensphilosophie:

  • Keine absolute Offenbarung
  • Keine transzendente Endinstanz
  • Keine Spaltung von Licht/Dunkelheit und Materie
  • Keine Hierarchisierung von Seinsbereichen

Mystik intensiviert die Verbindung zur Welt, sie ist kein Fluchtmechanismus. Säkularität ist in der Welt verankert, nicht Entheiligung. Neutralität folgt aus der lebendigen Struktur der Welt selbst.

Mystische Strategien in islamisierten Kontexten

Iranische Mystiker wie Molavi (Rumi) und Attar navigierten in islamisierten Strukturen, in denen Dogmen und Monopolisierung von Wahrheit herrschten. Ihre Strategien:

  • Paradoxie und Allegorie: Inhalte außerhalb wörtlicher Interpretation werden metaphorisch vermittelt
  • Lachen und Ironie: Freudvolle Erkenntnis öffnet Räume, in denen glaubenstechnisches Dogma nicht die Sicht auf die Welt blockiert
  • Immanente Spiritualität, immanente Bedeutsamkeit: die Welt selbst und ihre lebendige Ordnung werden in alltäglichen Erfahrungen gespürt

Dichtung wird so zu einem Raum der Erkenntnis, in dem Erfahrungen artikuliert werden, die arbiträr-arbeitende Dogmen nicht erfassen können.

Synthese: Die simorghische Denkungsart

Die simorghische Denkungsart verbindet:

  1. Historische Freiheitswirkungen (Aufklärung, Renaissance, Geschichte und Mythos)
  2. Begründung der Neutralität aus der Welt selbst
  3. Globale Pluralität kultureller Freiheitsimpulse
  4. Natur als lebendige, sich selbst bestimmende Bewegung
  5. Heidnische Immanenz als Grundlage für Erkenntnis und Handeln
  6. Poetische Schönheit und Strategien der Mystiker (Wahrheitssuche, die Verbindung von Erkenntnis und Freude)
  7. Moderne epistemische Weite jenseits von „Glaube oder Unglaube“
  8. Die lebendige Welt als „Gott“ – die Welt selbst ist Subjekt, Maßstab und vielfältige Quelle allen Seins

Neutralität, Säkularität und Freiheit entstehen nicht aus externen Normen, sondern aus der lebendigen Struktur der Welt, die Erfahrung, Reflexion, Poesie und Lebensbejahung miteinander verbindet.

Fazit

Die simorghische Denkungsart ist eine philosophische Landkarte, auf der nicht Europa, Religion oder Ideologie das Zentrum bilden, sondern die Welt selbst als lebendige Selbstbewegung. Freiheit bedeutet:

  • die Welt nicht zu monopolisieren
  • Pluralität zu ermöglichen
  • das Göttliche in der Welt und als Welt selbst zu respektieren, keine Hierarchisierung von Seinsprinzipien, -räumen, -dimensionen
  • Mystik und Poesie sind bewusste Instrumente, die Räume eröffnen, in denen Erkenntnis und Lebensbejahung jenseits herrschaftlicher Dogmen möglich werden.

Mystik und Poesie fungieren als bewusste Instrumente, die jenseits herrschaftlicher [Glaubens-] Tyrannei Räume für Kontinuen, Erkenntnis und Lebensbejahung eröffnen. Die iranische Kultur zeigt sich als umfassender, inklusiver Horizont, der Polytheismen, Atheismen, Glaubens- und Unglaubensformen gleichermaßen integriert – alles im Sein der Welt, in ihrer Lebendigkeit und Kontextualität.

 

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auf Deutsch farhang simorghi generally Palang L. Yegane Arani چاشنی های اندیشه

Zeitlichkeit

Farangis G. Yegane Arani > Biophile > Fishwoman

دین ، پیش ازساسانیان درایران، سکولار(زمانی) بوده است. خدایان ایران، خدایان زمان بوده اند. خودِ خدایان، « زندگی در زمان میشده اند». زندگی در زمان، برترین ارزش میشده است. با چیرگی آموزه زرتشت، و خدایان نوری در مسیحیت و اسلام، ادیان ِضدسکولار، بوجود آمده اند که زندگی فراسوی زمان را برترین ارزش میسازند

Die Religion im Iran vor den Sassaniden war säkular (zeitlich). Die Götter Irans waren Götter der Zeit. Die Götter selbst wurden zum „Leben in der Zeit“. Das Leben in der Zeit galt als höchster Wert. Mit der Vorherrschaft des Zoroastrismus und der Lichtgötter im Christentum und Islam entstanden anti-weltliche Religionen, die das Leben jenseits der Zeit zum höchsten Wert erhoben.

Entzeitlichung, Sein und die Entwertung des Lebens

Palang LYA

Die Religion im Iran vor den Sassaniden war säkular im eigentlichen Sinn: zeitlich. Die iranischen Götter waren keine überzeitlichen Instanzen, sondern Götter der Zeit. Sie existierten nicht außerhalb des Werdens, sondern als Werden selbst. Die Götter „lebten“ nicht in einer anderen Sphäre, sondern waren Leben in der Zeit. So galt das Leben im Zeitlichen als höchster Wert: nicht als Prüfung, als Durchgang, sondern als vollgültige Form des Seins.

In dieser Ontologie ist das Feuer – das das Leben selbst ist – nicht Symbol, sondern ontologische Wirklichkeit: das sich selbst in Synergie entzündende, sich verwandelnde Leben. Vernunft ist keine von außen auferlegte Norm, sondern die im Leben selbst wirkende schöpferische Ordnung, die sich in Wandel, Rhythmus und Relation manifestiert. Die Gottheit erscheint nicht monolithisch, sondern als vielfältige, sich ausbreitende Wirklichkeit – als Simorgh oder Artha –, die nur im Sein in der Zeit existiert.

Mit der Durchsetzung der zoroastrischen Lehre und der Lichtreligionen von Christentum und Islam wird dieses Verhältnis von Sein und Zeit radikal verschoben. Das Feuer wird nun an Ahura Mazda oder einen überzeitlichen Gott gebunden, gehütet und symbolisch repräsentiert.

Zeit wird aus der ontologischen Substanz des Lebens herausgelöst und zum defizitären Raum: Bühne der Prüfung, Mittel der moralischen Bewährung, Ort der Entwertung des Lebens. Das Leben selbst verliert seine inhärente schöpferische Vernunft und wird zur Mittel-Zweck-Konstellation, zum Durchgang, nicht zur Ganzheit und Verwirklichung.

Dem setzt die ursprüngliche iranische Denkform eine radikale Gegenthese entgegen: Sein ist zeitlich. Leben ist sich selbst schöpfend, vernünftig aus sich und keinerlei Rechtfertigung durch ein „Jenseits“ bedürftig. Die Entwertung von Leben beginnt dort, wo ein Sein in der Zeit negiert wird.

 

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auf Deutsch farhang simorghi چاشنی های اندیشه

Movement (1)

انسان، «بُن بودن یا اصالتِ» خود را در درک دو تاریکی ِگذشته و آینده، در می یابد. در میان این دو تاریکیست که در می یابد که او، هم آغاز گذشته و هم آغاز آینده هست. برای آغاز آینده بودن، بایستی آغاز گذشته هم شد. انسان، تاریخ را همیشه از نو میشناسد و میافریند. این دو تاریکی آینده و گذشته، انسان را «به هستی یافتن از خود»، یعنی به افراختن از گوهر خود، میانگیزد

Der Mensch erkennt sein eigenes Fundament, sein Ursprünglich-Sein, im Verstehen zweier Dunkelheiten: der Vergangenheit und der Zukunft.
Zwischen diesen beiden Dunkelheiten erkennt er, dass er selbst sowohl der Anfang der Vergangenheit als auch der Anfang der Zukunft ist.
Um Anfang der Zukunft zu sein, muss man auch Anfang der Vergangenheit geworden sein.
Der Mensch erkennt und erschafft Geschichte immer wieder neu.
Diese beiden Dunkelheiten – Zukunft und Vergangenheit – rufen den Menschen dazu auf, „aus sich selbst ins Sein zu gelangen“, das heißt: sich aus seinem eigenen Wesen heraus aufzurichten.

Alternativ:

Der Mensch entdeckt seine Originalität im Verständnis der beiden Dunkelheiten der Vergangenheit und der Zukunft. Inmitten dieser beiden Dunkelheiten erkennt er, dass er sowohl der Anfang der Vergangenheit als auch der Anfang der Zukunft ist. Um der Anfang der Zukunft zu sein, muss er auch der Anfang der Vergangenheit werden. Der Mensch erkennt und gestaltet die Geschichte stets aufs Neue. Diese beiden Dunkelheiten der Zukunft und der Vergangenheit inspirieren den Menschen dazu, „selbstständig zu werden“, das heißt, aus seinem Wesen heraus aufzusteigen.


خدا، یک مفهوم انسانی هست که با تحوّل انسان، تحوّل مییابد. خدائی که با تحول انسان، تحول نیابد، بزرگترین آزارنده انسان میگردد. در این تحوّل، مفهوم اول، خرافهمیشود، و مفهوم دوم، حقیقت میگردد. وجودِ خدائی که همیشه همان میماند که بوده است، برضد انسانست که متحولست

Gott ist ein menschlicher Begriff, der sich mit der Wandlung des Menschen wandelt. Ein Gott, der sich nicht mit dem Menschen verändert, wird zum größten Peiniger des Menschen.
In diesem Wandel wird der erste Begriff zur bloßen Verirrung, der zweite zur Wahrheit. Die Existenz eines Gottes, der immer derselbe bleibt, wie er war, richtet sich gegen den Menschen, der sich wandelt.

Alternativ:

Gott ist ein menschliches Konzept, das sich mit der menschlichen Entwicklung wandelt. Ein Gott, der sich nicht mit der menschlichen Entwicklung verändert, wird zum größten Peiniger des Menschen. In diesem Wandel wird das erste Konzept zum Aberglauben, das zweite zur Wahrheit. Die Existenz eines Gottes, der immer derselbe bleibt, steht im Widerspruch zum sich wandelnden Menschen.

M. Jamali

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auf Deutsch nou andishi secular mysticism چاشنی های اندیشه

Bahman in the Dark

بهمن، «خدای ِاندیشه و بینش» در فرهنگ ایران، گـمی هست که در روشنائی، پیدا میشود، ولی در روشنائی نیز، همیشه گم هست. به عبارت دیگر، حقیقت در روشنائی، نیست، بلکه در روشنائی، گم هست، و همیشه باید آن را در تاریکی جُست. و همه مشکلات ما در اینست که همه می پندارند که در روشنی، حقیقت، هست

Bahman, der „Gott des Denkens und der Vision“ in der iranischen Kultur, ist ein verlorenes Wesen, das im Licht gefunden wird, aber auch immer wieder im Licht verloren ist. Anders gesagt: Die Wahrheit liegt nicht im Licht, sondern geht im Licht verloren, und sie muss stets in der Dunkelheit gesucht werden. Und all unsere Probleme rühren daher, dass jeder glaubt, die Wahrheit sei im Licht.

Bahman, the ‘god of thought and vision’ in Iranian culture, is a lost being who is found in the light, but is also repeatedly lost in the light. In other words, truth does not lie in the light, but is lost in the light, and must always be sought in darkness. And all our problems stem from the fact that everyone believes that truth lies in the light.

Bahman, el «dios del pensamiento y la visión» en la cultura iraní, es un ser perdido que se encuentra en la luz, pero que también se pierde una y otra vez en ella. En otras palabras: la verdad no se encuentra en la luz, sino que se pierde en ella, y siempre hay que buscarla en la oscuridad. Y todos nuestros problemas provienen de que todos creemos que la verdad está en la luz.

Bahman, le « dieu de la pensée et de la vision » dans la culture iranienne, est un être perdu qui se retrouve dans la lumière, mais qui s’y perd aussi sans cesse. En d’autres termes, la vérité ne réside pas dans la lumière, mais se perd dans la lumière, et il faut toujours la chercher dans l’obscurité. Et tous nos problèmes viennent du fait que chacun croit que la vérité se trouve dans la lumière.

M. Jamali

 

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Das weltliche Recht auf Weltlichkeit

Palang L. Yegane Arani: “Neutrale Narrative”

Haben Menschen ein Recht auf Säkularismus, wenn Theokratie einen schweren Eingriff in die Denk-, Meinungs- und Lebensfreiheit bedeutet?

Viele im Westen meinen dieses Recht steht Leuten aus dem Mittleren Osten nicht zu, weil sie an einem festen Bild vom ‚Orient‘ festhalten.

Sie meinen, Du hast als Deutscher z.B. ein Recht nicht unter der Nazi-Ideologie leben zu müssen, aber:

als Mensch aus einem jahrhundertelang > religiös geknebelten Kontext sollst du ein Glaubenssystem schlucken und dich einfügen, in dieser Art „globaler Geschichtsschreibung“.

Der Westen sorgt mit seinem Bild vom „Orient“ in Komplizenschaft mit dem „Orient“ dafür, dass die Geschichte anderer schlichtweg epistemologisch verfälscht wird. Definitionsmächte fließen hier zusammen und wie immer machen Mehrheiten bei jeder Mainstreamisierung mit.

The “neutral narratives”

Do people have a right to secularism if theocracy severely infringes on their freedom of thought, opinion and life?

Many in the West believe that people from the Middle East are not entitled to this right because they cling to a fixed image of the “Orient” […].

They believe that, as a German, for example, you have the right not to have to live under Nazi ideology, but

as a person from a context that has been religiously gagged for centuries, you should swallow a belief system and fit into this kind of “global historiography”.

With its image of the “Orient”, the West, in complicity with the “Orient”, ensures that the history of others is simply epistemologically falsified. Defining powers converge here and, as always, majorities go along with any mainstreaming.

 

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auf Deutsch چاشنی های اندیشه

Das Schauen

نگاه، هنگامی می بیند که رنگهارا باهم ببیند، که رنگارنگ ببیند، و دیدن، برایش روندِ آمیختن رنگها باشد. در جهان یکرنگ، هیچ چیزی دیده نمیشود.

منوچهر جمالی

The eye sees when it sees colors together, when it sees colorfully, and seeing is for it [the eye] the process of mixing colors. In a one-colored world, nothing is seen.

Das Auge sieht, wenn es Farben zusammen sieht, wenn es farbig sieht, und das Sehen ist für es [das Auge] der Prozess des Mischens von Farben. In einer einfarbigen Welt ist nichts zu sehen.

El ojo ve cuando ve los colores juntos, cuando ve con colores, y ver es para él [el ojo] el proceso de mezclar colores. En un mundo de un solo color, no se ve nada.

L’œil voit lorsqu’il voit des couleurs ensemble, lorsqu’il voit de manière colorée, et voir est pour lui [l’œil] le processus de mélange des couleurs. Dans un monde unicolore, on ne voit rien.

– Manuchehr Jamali

 

 

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auf Deutsch farhang simorghi generally secular mysticism

Dr. Farzad Vahid: Die Kultur des alten Iran

فرهنگ مردم ایران باستان

فرهنگ عامیانه آئینه ای است از طرز فکر و باورهای مردم کوچه و بازار.

زنده یاد منوچهر جمالی با بهره گیری از واژه ها و اصطلاحات و اسطوره های ما موفق به کشف بسیاری از باورها و اعتقادات گذشته ما شده بود و آنها را در هشتاد و اندی کتاب که گنجینه ای از فرهنگ تاریخی ما هستند منعکس کرد.

با استفاده از دانش اتیمولوژی او موفق به تجزیه و تحلیل ساختار واژه های ایرانی شد و همانطور که اشاره شد با بهره گیری از اسطوره های ما و فرهنگ عامه و کنار هم گذاشتن این عناصر موفق به کشف فرهنگ زنخدائی ایران باستان با محوریت سیمرغ یا نماد این زن خدا شد .

این باور پیش از زرتشتی گری یا مزدائیزم در ایران و کشورهای دور و نزدیک رایج بود و اساسش بر مبنای زندگی هماهنگ با طبیعت و حفظ محیط زیست و پرهیز از کشتن حیوانات و آلوده کردن طبیعت بود.

متاسفانه این فرهنگ جامعه را در مقابل تهاجم اقوام بیگانه بیدفاع میکرد از اینرو به گفته جمالی تحولی بنیادین پیدا می کند و تقریبا به ضد خود تبدیل میشود بطوریکه در اروپا میتراس یا پسر میترا خدای جنگ میشود.

معابد میترائیستی زیادی در اروپا پیدا شده که معمولا در زیر زمین ساخته میشدند و در آنها تصویر میتراس در حال کشتن گاو بر دیوار ها کشیده شده است.

به تعبیر جمالی کشتن گاو نشانه ای از تحول باور میتراییستی اولیه که در آن کشتن حیوانات ممنوع بود، است.

درمعبد میترائیستی که معمولا برای خواص و نه عوام بودند شخص تازه وارد به فرقه آنها می بایست از هفت مرحله که نخستین آنها مرحله کلاغ و آخرین آنها مرحله پدر بود بتدریج در طول حیاتش بگذرد. بسیاری از باورهای آنها بسیار شبیه باورهای درویشی است و بسیاری باور دارند که مراحل عرفان همان باورهای میترائیستی گذشته اند که تا حدی تغییر شکل داده اند.

تجزیه و تحلیل مراحل میترائیستی و مراحل عرفانی در این پست کوتاه نمی گنجد.

باورهای سیمرغی یا میتراییستی دوره نخستین پیش از تحول میترا به میتراس یا خدای جنگ، امروزه بسیار مدرن و امروزی به نظر میرسند و هرچه زمان می گذرد بیشتر متوجه ارزشهای محیط زیستی و انسان دوستانه آنها می شویم.

دکتر فرزاد وحید

Die Kultur des alten Iran

Die Volkskultur spiegelt die Denkweise und den Glauben der Menschen in den Gassen und auf den Märkten wider. Dem verstorbenen Manuchehr Jamali gelang es, mithilfe unserer Wörter, Begriffe und Mythen viele unserer früheren Glaubensvorstellungen und Überzeugungen zu entdecken und sie in rund achtzig Büchern zu reflektieren, die eine wahre Fundgrube unserer historischen Kultur darstellen.

Mithilfe seiner etymologischen Kenntnisse gelang es ihm, die Struktur iranischer Wörter zu analysieren. Wie bereits erwähnt, gelang es ihm, durch die Nutzung unserer Mythen und Volkskultur und deren Zusammenführung, die Kultur der alten iranischen Göttinnen zu entdecken, deren Mittelpunkt der Simorgh, das Symbol dieser Göttin, war.

Dieser Glaube war im Iran und in nahen und fernen Ländern schon vor dem Zoroastrismus oder dem Mazdaismus weit verbreitet. Seine Grundlage war ein Leben im Einklang mit der Natur, der Schutz der Umwelt und die Vermeidung von Tiertötungen und Umweltschädigungen.

Leider machte diese Kultur die Gesellschaft schutzlos gegenüber der Invasion durch fremde Stämme. Jamali zufolge erlebte sie daher einen grundlegenden Wandel und verkehrte sich beinahe in ihr Gegenteil, sodass Mithras oder seine Nachfolge in Europa zu einem Kriegsgott wurde.

In Europa wurden zahlreiche Mithräen gefunden, die meist unterirdisch [oder in Felsen gehauen] errichtet wurden und deren Wände mit dem Bild von Mithras‘ Stiertötung bemalt sind. Jamali zufolge ist die [Abbildung der] Stiertötung ein Zeichen für die Fortentwicklung des ursprünglichen Mithrasglaubens gewesen, in dem das Töten von Tieren verboten war.

Im Mithraeum, das in der Regel einer Elite und nicht dem einfachen Volk vorbehalten war, musste ein Neuankömmling im Laufe seines Lebens sieben Stufen durchlaufen: die erste war die Rabenstufe und die letzte die Stufe des Vaters. Viele ihrer Glaubensvorstellungen ähneln stark dem der Derwische, und es wird häufiger angenommen, dass die Stufen der Mystik dieselben sind, wie die der mithraeischen Glaubensvorstellungen, die sich jedoch im Laufe der Zeit gewandelt haben.

Eine Analyse der mithraischen und mystizistischer Stufen geht über den Rahmen dieses kurzen Beitrags hinaus. Die simorgischen oder frühmithraischen Glaubensvorstellungen aus der frühen Zeit – d.h. vor Mithras‘ Verwandlung in Mithras, den Kriegsgott – wirken heute sehr modern und zeitgemäß, und mit der Zeit werden wir uns ihrer ökologischen und humanitären Werte immer bewusster.

Dr. Farzad Vahid

The culture of ancient Iran

Popular culture reflects the way of thinking and beliefs of the people in the alleys and markets. The late Manuchehr Jamali succeeded in using our words, concepts and myths to discover many of our past beliefs and convictions and reflect them in around eighty books, which are a veritable treasure trove of our historical culture.

Using his etymological knowledge, he was able to analyze the structure of Iranian words. As already mentioned, by using our myths and folk culture and bringing them together, he was able to discover the culture of the ancient Iranian goddesses, the center of which was the Simorgh, the symbol of this goddess.

This belief was widespread in Iran and in countries near and far even before Zoroastrianism or Mazdaism. It was based on living in harmony with nature, protecting the environment and avoiding killing animals and damaging the environment.

Unfortunately, this culture made the society vulnerable to invasion by foreign tribes. According to Jamali, it therefore underwent a fundamental change and almost turned into its opposite, so that Mithras or his heir in Europe became a god of war.

Numerous mithraeums have been found in Europe, most of which were built underground [or carved into rock] and whose walls are painted with the image of Mithras killing the bull [the tauroctony]. According to Jamali, [the image of] the killing of the bull was a sign of the progression of the original belief in Mithras, in which the killing of animals was forbidden.

In the Mithraeum, which was generally reserved for an elite and not the common people, a newcomer had to pass through seven stages in the course of his life: the first was the raven stage and the last was the father stage. Many of their beliefs are very similar to those of the dervishes, and it is frequently assumed that the stages of mysticism are the same as those of the Mithraic beliefs, which have changed over time.

An analysis of the Mithraic and mystic stages is beyond the scope of this short article. The Simorgic or ancient Mithraic beliefs from the early period – i.e. before Mithras’ transformation into Mithras, the god of war – seem very modern and contemporary today, and with time we are becoming more aware of their ecological and humanitarian values.

Dr. Farzad Vahid

 

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auf Deutsch secularite چاشنی های اندیشه

Dichtung jenseits der Tyrannei

شعرای ما در غزلیات خود، به احساسات و عواطف اخلاقی، چنان ظرافت و لطافت و نازکی و تدریج و تصاعد و مراتب داده اند که مفاهیم خشن و بدوی و متضاد و فقیر اخلاق در دین اسلام (قرآن) عاجز از آن هستند که این همه تنوع را در خود جذب و حل کنند. این دامنه غنای ارزشهای نازک و لطیف و شکستنی در این مفاهیم محدود و تنگ و فقیر و خشن و بدوی اخلاقی دین اسلام، پایمال و غیرقابل تحقق در عمل میگردند – از کتاب آتشی که شعله خواهدکشید 1987

Unsere Dichter haben in ihren Ghazalen moralischen Gefühlen und Emotionen eine solche Feinheit, Zartheit, Subtilität, Allmählichkeit, Progressivität und Abstufung verliehen, dass die harten, primitiven, widersprüchlichen und dürftigen Moralvorstellungen der islamischen Religion (des Korans) diese Vielfalt nicht aufnehmen und auflösen können. Diese reiche Palette an subtilen, zarten und fragilen Werten wird in diesen begrenzten, engen, dürftigen, harten und primitiven Moralvorstellungen der islamischen Religion mit Füßen getreten und ist in der Praxis unerreichbar.

– M. Jamali, aus: „Ein Feuer, das brennen wird“ (1987)

Our poets in their ghazals have endowed moral feelings and emotions with such fineness, delicacy, subtlety, gradualness, progressiveness and gradation that the harsh, primitive, contradictory and meager moralities of the Islamic religion (the Qur’an) cannot accommodate and resolve this diversity. This rich palette of subtle, delicate and fragile values is trampled upon in these limited, narrow, tenuous, harsh and primitive moral codes of the Islamic religion and is unattainable in practice.

– M. Jamali, from: “A fire, that will burn.” (1987)

Nuestros poetas, en sus ghazals, han dotado a los sentimientos y emociones morales de tal finura, delicadeza, sutileza, gradualidad, progresividad y gradación que las duras, primitivas, contradictorias y escasas moralidades de la religión islámica (el Corán) no pueden acomodar y resolver esta diversidad. Esta rica paleta de valores sutiles, delicados y frágiles es pisoteada en estos códigos morales limitados, estrechos, exiguos, duros y primitivos de la religión islámica y es inalcanzable en la práctica.

– M. Jamali, de: «Un fuego que arderá». (1987)

 

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auf Deutsch secular mysticism چاشنی های اندیشه

Transformation and Time

این اندیشه که دنیا، جسم وحسّ وصورتست، وطبعا فانیست،براین اندیشه استواراست که حرکت وتغییر، فقط زوال وفساد وفنا وگذراست. سکولاریته جنبشی برای مثبت ساختن مفاهیم حرکت و تغییراست، که جدا ناپذیر ازاحساس روند زمان  درزندگی درگیتیست. احساس ِتحول یافتن، جانشین احساس ِفنا میشود

منوچهر جمالی

Aus:
منوچهر جمالی : چاشنی زندگی ما
Kurmali  Press 2012, S. 104

Die Idee, dass die Welt Körper, Geist/Sinn und Form ist, und von Natur aus sterblich oder vergänglich ist, basiert auf der Vorstellung, dass Bewegung und Veränderung nur Verfall, Verderbnis, Vernichtung und Vergänglichkeit bedeuten. Der Säkularismus ist eine Bewegung zur Positivierung der Konzepte von Bewegung und Veränderung, die untrennbar mit dem Gefühl des Zeitablaufs im alltäglichen Leben verbunden sind. Das Gefühl der Transformation ersetzt das Gefühl der Vernichtung.

Manuchehr Jamali

The idea that the world is body, mind/sense and form, and is inherently mortal or transient, is based on the notion that movement and change only mean decay, corruption, annihilation and impermanence. Secularism is a movement to positivize the concepts of movement and change, which are inextricably linked to the sense of the passage of time in everyday life. The feeling of transformation replaces the feeling of perdition.

La idea de que el mundo es cuerpo, mente/sentido y forma, y es inherentemente mortal o transitorio, se basa en la noción de que el movimiento y el cambio sólo significan decadencia, corrupción, aniquilación e impermanencia. El secularismo es un movimiento para positivizar los conceptos de movimiento y cambio, que están inextricablemente ligados al sentido del paso del tiempo en la vida diaria. El sentimiento de transformación sustituye al sentimiento de perdición.

L’idée que le monde est corps, esprit/sens et forme, et qu’il est intrinsèquement mortel ou transitoire, repose sur la notion que le mouvement et le changement ne signifient que déchéance, corruption, annihilation et impermanence. La sécularité est un mouvement visant à positiver les concepts de mouvement et de changement, qui sont inextricablement liés à la sensation du passage du temps dans la vie des jours. Le sentiment de transformation remplace le sentiment de perdition.

 

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auf Deutsch kherad sayrmaye falsafi iran zal-e zar va ma چاشنی های اندیشه

Exaltation

This image stems from an interpretation by Farangis of another Goddess even, namely the African deity Ma’at.

تا دیگری برای من میاندیشد، من، بنده وعبد اوهستم. تا اندیشه دیگری، جای اندیشیدن مرا میگیرد، من، به عقیم بودن خود، گواهی میدهم و با اندیشه دیگری، عقیم بودن خودرا میپوشانم. تا اندیشه دیگری، مرا روشن میکند، بیان آنست که « آتش جان من »، خاموش شده ومُرده است. تامن با این « روشنائی وامی »، روشنگرجامعه میشوم، جامعه را، روشن نمیکنم، بلکه با این روشنائی، آتشِ جان مردم را میکـُشم، تا آنکه این روشنائی وامی مرا بپذیرند. خدای ایران، روشنگری نمیکرد، و روشنی به کسی وملتی، قرض نمیداد تا آتش جان آنهارا بمیراند، بلکه افتخار خودرا این میدانست، که آتش جان انسانهارا بیفروزد، تا همه انسانها ازآتش جان خودشان، روشن شوند. خودشان، سرچشمه روشنی وبینش گردند، تا خرد انسانها، شعله وتابش آتش جان انسانها باشد. روشنائی که ازآتش جان خود انسانها برنخاسته باشد، نشان عقیم ونازابودن آنهاست و آنها که عـقیمند، عبد وبنده میشوند. فکری روشن است که، ازآتش جان خود انسان، افروخته شده باشد. فکری روشنست که جان خود انسان، آنرا آفریده باشد. این مَـنیدن یا اندیشیدنست که با آن، انسان، « من » و سرفراز و آزاد میگردد.

منوچهر جمالی

https://www.jamali.info/alternate/280612_2

Solange ein anderer für mich denkt, bin ich sein Diener und Sklave. Solange ein anderer Gedanke an die Stelle meines Denkens tritt, bezeuge ich meine Unfruchtbarkeit und bedecke diese mit einem anderen Gedanken. Solange ein anderer Gedanke mich erleuchtet, ist dies ein Ausdruck dafür, dass das „Feuer meiner Seele“ erloschen und erstorben ist. Solange ich die Gesellschaft mit diesem „geliehenen Licht“ erleuchte, erhelle ich die Gesellschaft nicht, sondern ich lösche mit diesem Licht das Feuer der Seelen der Menschen, bis sie dieses geliehene Licht von mir annehmen. Der Gott Irans hat niemanden und keine Nation erleuchtet und ihr Licht geliehen, um das Feuer ihrer Seelen zu löschen, sondern er betrachtete es als seine Ehre, das Feuer der menschlichen Seelen zu entzünden, damit alle Menschen durch das Feuer ihrer eigenen Seelen erleuchtet werden. Sie selbst würden zur Quelle des Lichts und der Sehfähigkeit werden, so dass die menschliche Weisheit Flamme und Glanz des Feuers der menschlichen Seelen sein würde. Das Licht, das nicht aus dem Feuer der menschlichen Seele hervorgegangen ist, ist ein Zeichen ihrer Unfruchtbarkeit und Kargheit, und diejenigen, die wissend sind, werden zu Sklaven und Knechten. Ein klarer Gedanke ist einer, der aus dem Feuer der menschlichen Seele entfacht wurde. Ein klarer Gedanke ist einer, den die menschliche Seele selbst erschaffen hat. Das ist das Sehen oder Denken, durch das der Mensch ein „Ich“ und erhaben und frei wird.

As long as another thinks for me, I am his servant and slave. As long as another thought takes the place of my thinking, I bear witness to my barrenness and cover it with another thought. As long as another thought enlightens me, this is an expression of the fact that the “fire of my soul” has gone out and died. As long as I enlighten society with this “borrowed light”, I do not enlighten society, but I extinguish the fire of people’s souls with this light until they accept this borrowed light from me. The God of Iran did not enlighten anyone or any nation and lend their light to extinguish the fire of their souls, but he considered it his honor to ignite the fire of human souls so that all people would be enlightened by the fire of their own souls. They themselves would become the source of light and the ability to see, so that human wisdom would be the flame and radiance of the fire of human souls. The light that has not emerged from the fire of human souls is a sign of their barrenness and sterility, and those who are knowledgeable become slaves and servants. A clear thought is one that has been kindled from the fire of the human soul. A clear thought is one that the human soul itself has created. This is the seeing or thinking through which a human being becomes an “I” and becomes exalted and free.

– Manuchehr Jamali