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دین ، پیش ازساسانیان درایران، سکولار(زمانی) بوده است. خدایان ایران، خدایان زمان بوده اند. خودِ خدایان، « زندگی در زمان میشده اند». زندگی در زمان، برترین ارزش میشده است. با چیرگی آموزه زرتشت، و خدایان نوری در مسیحیت و اسلام، ادیان ِضدسکولار، بوجود آمده اند که زندگی فراسوی زمان را برترین ارزش میسازند

Die Religion im Iran vor den Sassaniden war säkular (zeitlich). Die Götter Irans waren Götter der Zeit. Die Götter selbst wurden zum „Leben in der Zeit“. Das Leben in der Zeit galt als höchster Wert. Mit der Vorherrschaft des Zoroastrismus und der Lichtgötter im Christentum und Islam entstanden anti-weltliche Religionen, die das Leben jenseits der Zeit zum höchsten Wert erhoben.

Entzeitlichung, Sein und die Entwertung des Lebens

Palang LYA

Die Religion im Iran vor den Sassaniden war säkular im eigentlichen Sinn: zeitlich. Die iranischen Götter waren keine überzeitlichen Instanzen, sondern Götter der Zeit. Sie existierten nicht außerhalb des Werdens, sondern als Werden selbst. Die Götter „lebten“ nicht in einer anderen Sphäre, sondern waren Leben in der Zeit. So galt das Leben im Zeitlichen als höchster Wert: nicht als Prüfung, als Durchgang, sondern als vollgültige Form des Seins.

In dieser Ontologie ist das Feuer – das das Leben selbst ist – nicht Symbol, sondern ontologische Wirklichkeit: das sich selbst in Synergie entzündende, sich verwandelnde Leben. Vernunft ist keine von außen auferlegte Norm, sondern die im Leben selbst wirkende schöpferische Ordnung, die sich in Wandel, Rhythmus und Relation manifestiert. Die Gottheit erscheint nicht monolithisch, sondern als vielfältige, sich ausbreitende Wirklichkeit – als Simorgh oder Artha –, die nur im Sein in der Zeit existiert.

Mit der Durchsetzung der zoroastrischen Lehre und der Lichtreligionen von Christentum und Islam wird dieses Verhältnis von Sein und Zeit radikal verschoben. Das Feuer wird nun an Ahura Mazda oder einen überzeitlichen Gott gebunden, gehütet und symbolisch repräsentiert.

Zeit wird aus der ontologischen Substanz des Lebens herausgelöst und zum defizitären Raum: Bühne der Prüfung, Mittel der moralischen Bewährung, Ort der Entwertung des Lebens. Das Leben selbst verliert seine inhärente schöpferische Vernunft und wird zur Mittel-Zweck-Konstellation, zum Durchgang, nicht zur Ganzheit und Verwirklichung.

Dem setzt die ursprüngliche iranische Denkform eine radikale Gegenthese entgegen: Sein ist zeitlich. Leben ist sich selbst schöpfend, vernünftig aus sich und keinerlei Rechtfertigung durch ein „Jenseits“ bedürftig. Die Entwertung von Leben beginnt dort, wo ein Sein in der Zeit negiert wird.